{"id":1557,"date":"2011-07-28T15:32:26","date_gmt":"2011-07-28T18:32:26","guid":{"rendered":"https:\/\/ricardoguerra.tv\/?p=1557"},"modified":"2024-04-24T12:41:55","modified_gmt":"2024-04-24T15:41:55","slug":"abseits-bald-nur-noch-im-strafraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ricardoguerra.tv\/index.php\/2011\/07\/28\/abseits-bald-nur-noch-im-strafraum\/","title":{"rendered":"Abseits bald nur noch im Strafraum?"},"content":{"rendered":"<h4>Fussballer k\u00f6nnen k\u00f6rperlich immer mehr leisten. So ver\u00e4ndert sich das Spiel stetig. Ein Trainingsphysiologe fordert deshalb einschneidende Regel\u00e4nderungen.<\/h4>\n<p>Der Gedanke, das Fussballfeld k\u00f6nnte in einigen Jahren den \u00fcberf\u00fcllten Strassen einer Grossstadt gleichen, wo es praktisch keinen Bewegungsraum gibt, ist nicht weit hergeholt. In den letzten Jahrzehnten haben sich die physischen Eigenschaften des Spiels infolge der erh\u00f6hten physiologischen Leistungen der Spieler radikal ver\u00e4ndert. Spieler k\u00f6nnen jetzt l\u00e4ngere Strecken in k\u00fcrzerer Zeit und mit h\u00f6herer Intensit\u00e4t zur\u00fccklegen. Das Spielfeld ist demzufolge zu \u00abeng\u00bb geworden. Es gibt weniger Raum f\u00fcr Spieler wie Lionel Messi, sich zu entwickeln oder zu zeigen, was sie wirklich k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Denn der ballf\u00fchrende Spieler wird heute viel aggressiver und schneller attackiert als beispielsweise noch in den 70er-Jahren. Offener Raum ist eine Seltenheit geworden. Wenn die Fitness der Fussballer sich weiterhin steigert &#8211; und die uns vorliegenden Daten deuten darauf hin &#8211; dann steuern wir auf eine Situation zu, in der das Spiel fast nicht wiederzuerkennen sein wird. Standardsituationen werden noch wichtiger, Spieler werden sich kaum mehr mit Einzelaktionen beweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"Article_elementCrosshead__b9pyw\">\n<h2 class=\"crosshead_crosshead__MxhCQ crosshead_siteAreaNews__x10eM crosshead_typeStandard__szEKi\" data-testid=\"Crosshead\">Neue Regeln, um Fussball spannend zu halten?<\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"Article_elementTextblockarray__WNyan\">\n<p>Steigert sich die Leistungsf\u00e4higkeit der Akteure, k\u00f6nnte Fussball f\u00fcr die Fans immer langweiliger werden. Eine Regelanpassung w\u00fcrde dann Sinn machen, um Raum zu schaffen. M\u00f6glich w\u00e4re eine \u00c4nderung der Abseitsregel (z.B. nur noch im Strafraum) oder dass f\u00fcr eine bestimmte Anzahl Mannschaftsfouls ein Spieler das Feld verlassen muss. Die L\u00f6sung des Problems k\u00f6nnte auch sein, dass in Zukunft eine Mannschaft nur noch aus zehn statt aus elf Spielern besteht.<\/p>\n<div class=\"Article_elementCrosshead__b9pyw\">\n<h2 class=\"crosshead_crosshead__MxhCQ crosshead_siteAreaNews__x10eM crosshead_typeStandard__szEKi\" data-testid=\"Crosshead\">Laufwege fast doppelt so weit<\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"Article_elementTextblockarray__WNyan\">\n<p>F\u00fcr diese letzte Regel\u00e4nderung spricht unter anderem die Untersuchung der Laufwege von Fussballern. Professor Thomas Reilly, ein weltbekannter Trainingsphysiologe der Liverpool John Moores Universit\u00e4t, hat in den sp\u00e4ten Siebzigerjahren den Weg f\u00fcr den Forschungszweig der Bewegungsanalyse im Fussball gebahnt. Unterst\u00fctzt von seinen Studenten und Assistenten verfolgte er die Bewegung der Everton-Spieler, wobei er sich auf die Feldmarkierungen und optischen Hinweise im Bereich der Feldgrenzen st\u00fctzte. F\u00fcr jeden Spieler erforderte die Forschung einen einzelnen Beobachter, der alles notierte.<\/p>\n<p>In neuerer Zeit hat die modernere Technologie, die von mehreren synchronisierten, an Computer angeschlossenen Kameras Gebrauch macht, es erm\u00f6glicht, die Bewegungsdaten f\u00fcr alle Spieler im Feld zu sammeln und verfolgen. Die gesamte Strecke, die ein Spieler zur\u00fccklegt, hat sich in den letzten Jahrzehnten wesentlich verl\u00e4ngert, von etwa 8500 Meter in Reillys Studien der sp\u00e4ten siebziger Jahre auf heute zwischen 10 000 und 13 000 Meter. Nur 24 Prozent davon legen die Spieler gehend zur\u00fcck.<\/p>\n<div class=\"Article_elementCrosshead__b9pyw\">\n<h2 class=\"crosshead_crosshead__MxhCQ crosshead_siteAreaNews__x10eM crosshead_typeStandard__szEKi\" data-testid=\"Crosshead\">Markante Steigerung der Sprints<\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"Article_elementTextblockarray__WNyan\">\n<p>Neben der Gesamtstrecke ver\u00e4ndert sich vor allem auch die Intensit\u00e4t der Fortbewegung. Entsprechende Studien zeigen eine atemberaubende Steigerung der hochintensiven Aktivit\u00e4tsperioden (Hochgeschwindigkeitslaufen und Sprinten). In den letzten sieben Jahren hat sich die Zahl von hochintensiven Aktivit\u00e4ten (Fortbewegungen \u00fcber 19,8 km pro Stunde) alleine in der Premier League insgesamt um 46 Prozent erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Noch extremer ist die Steigerung der absolvierten Sprints: Wenn in der Saison 2003\/04 bei den Premier-League-Teams durchschnittlich 287 Sprints pro Partie (Bewegung schneller als 25 km pro Stunde) gez\u00e4hlt wurden, waren es in der letzten Saison durchschnittlich deren 487, was einer Steigerung von fast 70 Prozent innert sieben Jahren entspricht.<\/p>\n<div class=\"Article_elementTextblockarray__WNyan\">\n<p><strong>Trainingspotential nicht ausgesch\u00f6pft<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"Article_elementTextblockarray__WNyan\">\n<p>Neben der F\u00e4higkeit, viele Sprints abzuliefern, wird gleichzeitig die schnelle Erholung w\u00e4hrend der Partie immer wichtiger. Dies fordert eine einzigartige Trainingsmethodik zur Vervollst\u00e4ndigung der facettenreichen Bestandteile.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"Article_elementTextblockarray__WNyan\">\n<p>Manche Fussballer sind von Natur aus mit der genetischen Veranlagung ausgestattet, Energie zu produzieren, die den verschiedenen physiologischen Anspr\u00fcchen des Spiels metabolisch genau entspricht. Trainingsphysiologen haben Trainingsmethoden entworfen und anwenden k\u00f6nnen, welche sich diese genetische Veranlagung zunutze machen oder sie sogar zu noch gr\u00f6sserer Leistung stimulieren. Derzeit werden solche, den Energieanforderungen des Spiels entsprechenden Methoden nur in einer begrenzten Anzahl von Klubs weltweit eingesetzt. Demnach ist das Potenzial zur weiteren Steigerung dieser Leistung noch lange nicht erreicht. Ob dies f\u00fcr den Fussball f\u00f6rderlich ist oder nicht, wird sich zeigen.<\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.20min.ch\/story\/abseits-bald-nur-noch-im-strafraum-730116283495\"><em><strong>Quelle: https:\/\/www.20min.ch\/story\/abseits-bald-nur-noch-im-strafraum-730116283495<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fussballer k\u00f6nnen k\u00f6rperlich immer mehr leisten. So ver\u00e4ndert sich das Spiel stetig. Ein Trainingsphysiologe fordert deshalb einschneidende Regel\u00e4nderungen. Der Gedanke, das Fussballfeld k\u00f6nnte in einigen Jahren den \u00fcberf\u00fcllten Strassen einer Grossstadt gleichen, wo es praktisch keinen Bewegungsraum gibt, ist nicht weit hergeholt. 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